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RSSPrint

Projekt Stolpersteine

Stolperstein-Verlegung für Mathilde Sachs
Der Künstler Gunter Demnig verlegt am Donnerstag, 23. März 2017 um ca. 9 Uhr einen Stolperstein für Mathilde Sachs vor ihrem letzten Wohnort in der Schmarjestraße 2, 14169 Berlin. Frau Sachs wohnte seit 1933 in diesem Haus. Für die Nationalsozialisten war sie jüdischer Abstammung und wurde trotz ihres hohen Alters von über 70 Jahren verfolgt.
Noch 1941 wird sie aus ihrer Wohnung vertrieben und muss in einer sogenannten "Judenwohnung" unterkommen. Letztendlich wird sie nach Theresienstadt deportiert und 1943 in Auschwitz ermordet.

Vortrag und Stolperstein-Verlegung: Die fünf Jungen vom Haus Kinderschutz
Im Nationalsozialismus wurden Kinder- und Jugendheime zu Orten der gnadenlosen rassistischen Auslese und Ausmerze. Im Frühjahr 1944 wurden fünf Kinder mit einem jüdischen Elternteil aus dem Haus Kinderschutz in die hessische Landesheil- und Erziehungsanstalt Hadamar gebracht und dort ermordet. Die Kinder hießen Peter Widetzky, Rudolf Langen, Klaus Friedländer, Gerhard Kopper und Horst Spieler. Die Hintergründe dieser Tat und das Schicksal der „fünf Jungen vom Haus Kinderschutz“ wird im Vortrag von Annegret Ehmann und Christoph Kreutzmüller am Mittwoch, 29. März 2017, 10 Uhr in der Emil-Molt-Schule (Claszeile 60, 14165 Berlin, Eingang Adolfstraße 17-19) nachgezeichnet.
Im Anschluss an den Vortrag findet die Verlegung der Stolpersteine zur Erinnerung an die ermordeten Jungen vor dem ehemaligen Haus Kinderschutz (Claszeile 57) statt.
 
Stolperstein-Verlegungen für Jenny Hirsch und Charlotte, Kurt, Louis und Alfred Silbermann
Vor dem Haus Lindenthaler Allee 29 werden am Freitag, dem 31. März um 17 Uhr, Stolpersteine für Jenny Hirsch und Angehörige der Familie Silbermann verlegt.


„Hier wohnte …“ oder Denkmale für Nachbarn

Sie sind klein und unscheinbar, aber sie halten die Erinnerung wach. Sie nennen Namen. Sie verweisen auf ehemalige Nachbarn. Oft sind sie auch Steine des Anstoßes. Die Rede ist von zehn mal zehn Zentimeter großen Pflastersteinen mit beschrifteten Messingtafeln, die in den Bürgersteig eingelassen sind. Als „Stolpersteine“ erinnern sie Passanten daran, wo einst Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Die Idee zu den Gedenksteinen stammt vom Kölner Bildhauer Gunter Demnig. Seit langem setzt er sich - nicht selten gegen den Widerstand von Stadtverwaltungen und Hauseigentümern - dafür ein, dass an die Vertreibung und Vernichtung genau an den Orten erinnert wird, wo sie ihren Ausgangspunkt nahmen – nämlich mitten unter uns. Für Demnig ist entscheidend, dass „das Gedenken in unsere Lebensmitte gerückt wird und Erinnerungsmerkmale nicht weitab liegen, wie die zahlreichen nach 1945 entstandenen Gedenkstätten und Mahnmale, die man bequem auch links liegen lassen kann“. Weitere Informationen zu dem Projekt Gunter Demnig finden Sie unter www.stolpersteine.com

Die Initiative „Projekt Stolpersteine im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf“ will sich dafür einsetzen, dass die Namen dieser und vieler anderer Menschen vor dem Vergessen bewahrt werden. Seit dem Beginn im Jahr 2005 sind nun fast 120 Stolpersteine im Bezirk Zehlendorf verlegt worden.
Eine Auswahl von 55 Steinen mit einigen Fotos der Opfer, so weit sie gefunden werden konnten, ist auf dem Plakat zu sehen, das Sie für 5 € bestellen können. Plakatbestellung

Dem Ziel, alle uns bisher bekannten ca. 320 Opfer in Zehlendorf, dem Vergessen zu entreißen, kommen wir jedes Jahr einen Schritt näher.

Bei einigen der zu ehrenden Opfer gibt es noch Angehörige und so erwarten wir zu den Verlegungen Gäste aus den USA, Peru, Israel, Irland und natürlich Deutschland. Interessant vor allem für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Schicksale recherchiert, Akten gewälzt und sich mit diesem dunklen Teil der deutschen Geschichte beschäftigt haben. Sicher wird es Begegnungsmöglichkeiten geben.

Die große Resonanz auf unser Projekt, das die Gedenkkultur der Spiegelwand des mit Zehlendorf vereinigten Bezirks Steglitz aufnimmt, ist auch der Politik nicht verborgen geblieben. Ein Dank an dieser Stelle an das Bezirksamt, das die Verlegungen regelmäßig unbürokratisch genehmigt.

Wir freuen uns über jede Spenderin und jeden Spender. Eine andere Möglichkeit, das Projekt Stolpersteine zu unterstützen, ist, verlegte Steine im Blick zu behalten und regelmäßig zu reinigen. Auch Menschen, die in den Archiven den so oft im Dunkel liegenden Schicksalen der Opfer nachspüren, werden dringend gesucht.

Aufruf

Wenn Sie Hinweise geben können, wo Menschen lebten, an die „Stolpersteine“ erinnern sollten, dann wenden Sie sich bitte an:
Projekt Stolpersteine im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf
Michael Rohrmann
Kirchstr. 4, 14163 Berlin
Tel. (0 30) 200 09 40 19
michael.rohrmann@projekt-stolpersteine.de

www.projekt-stolpersteine.de