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Projekt Stolpersteine


„Hier wohnte …“ oder Denkmale für Nachbarn

Sie sind klein und unscheinbar, aber sie halten die Erinnerung wach. Sie nennen Namen. Sie verweisen auf ehemalige Nachbarn. Oft sind sie auch Steine des Anstoßes. Die Rede ist von zehn mal zehn Zentimeter großen Pflastersteinen mit beschrifteten Messingtafeln, die in den Bürgersteig eingelassen sind. Als „Stolpersteine“ erinnern sie Passanten daran, wo einst Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Die Idee zu den Gedenksteinen stammt vom Kölner Bildhauer Gunter Demnig. Seit langem setzt er sich - nicht selten gegen den Widerstand von Stadtverwaltungen und Hauseigentümern - dafür ein, dass an die Vertreibung und Vernichtung genau an den Orten erinnert wird, wo sie ihren Ausgangspunkt nahmen – nämlich mitten unter uns. Für Demnig ist entscheidend, dass „das Gedenken in unsere Lebensmitte gerückt wird und Erinnerungsmerkmale nicht weitab liegen, wie die zahlreichen nach 1945 entstandenen Gedenkstätten und Mahnmale, die man bequem auch links liegen lassen kann“. Weitere Informationen zu dem Projekt Gunter Demnig finden Sie unter www.stolpersteine.com

Die Initiative „Projekt Stolpersteine im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf“ will sich dafür einsetzen, dass die Namen dieser und vieler anderer Menschen vor dem Vergessen bewahrt werden. Seit dem Beginn im Jahr 2005 sind nun fast 110 Stolpersteine im Bezirk Zehlendorf verlegt worden.


Donnerstag, 11. Dezember 2014, 17 Uhr
Stolperstein-Verlegungen für Familie Klepper
Am Donnerstag, dem 11. Dezember 2014, werden vor dem Haus Teutonenstr. 23 in Berlin-Nikolassee Stolpersteine für Jochen und Johanna Klepper und und ihre Tochter Renate Stein verlegt. Die Familie des bekannten Theologen und Dichters nahm sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 gemeinsam das Leben, nachdem die Ausreise der Tochter ins rettende Ausland gescheitert war und Jochen Klepper und seiner Frau die Deportation drohte. Die Familie Klepper wurde auf dem Friedhof Nikolassee bestattet.
Die Stolperstein-Verlegungen werden begleitet von einer kurzen Andacht. Pfarrer Steffen Reiche von der Evangelischen Kirchengemeinde Nikolassee und Pfarrerin Marion Gardei, Beauftragte für Erinnerungsarbeit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), werden der Verstorbenen gedenken und von ihrem Schicksal berichten.

Im Anschluss an die Stolperstein-Verlegungen sind alle herzlich eingeladen zum Beisammensein im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Nikolassee, Kirchweg 6, 14129 Berlin. Unter Anleitung von Kantorin Karola Hausburg wollen wir einige Lieder von Jochen Klepper singen.


Plakatbestellung

Seit 2005 wurden bisher rund 120 Gedenksteine in Zehlendorf verlegt. Einen Auswahl von 55 Steinen mit einigen Fotos der Opfer, so weit sie gefunden werden konnten, ist auf dem Plakat zu sehen, das Sie für 5 € bestellen können.
Dem Ziel, alle uns bisher bekannten ca. 320 Opfer in Zehlendorf, dem Vergessen zu entreißen, kommen wir 2010 also wieder einen großen Schritt näher. Es könnte das erste Drittel geschafft sein.

Bei einigen der zu ehrenden Opfer gibt es noch Angehörige und so erwarten wir zu den Verlegungen Gäste aus den USA, Peru, Israel, Irland und natürlich Deutschland. Interessant vor allem für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Schicksale recherchiert, Akten gewälzt und sich mit diesem dunklen Teil der deutschen Geschichte beschäftigt haben. Sicher wird es Begegnungsmöglichkeiten geben.

Die große Resonanz auf unser Projekt, dass die Gedenkkultur der Spiegelwand des mit Zehlendorf vereinigten Bezirks Steglitz aufnimmt, ist auch der Politik nicht verborgen geblieben. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Uwe Steglin erwähnte es lobend in seinem Grußwort auf der Kreissynode im November 2009. Ein Dank an dieser Stelle an das Bezirksamt, dass die Verlegungen regelmäßig unbürokratisch genehmigt.

Wir freuen uns über jede Spenderin und jeden Spender, über Menschen, die die verlegten Steine im Blick behalten und den ein oder anderen regelmäßig reinigen oder auch über Menschen, die in den Archiven den so oft im Dunkel liegenden Schicksalen der Opfer nachspüren. 

Aufruf
Wenn Sie Hinweise geben können, wo Menschen lebten, an die „Stolpersteine“ erinnern sollten, dann wenden Sie sich bitte an uns.

Kontakt und weitere Informationen
Projekt Stolpersteine im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf
www.projekt-stolpersteine.de
Kirchstr. 4, 14163 Berlin

Michael Rohrmann
Tel. (0 30) 84 50 81 77
[#michael.rohrmann#projekt-stolpersteine#de#]

Patenschaft

Wollen Sie für einen Stolperstein spenden?

Übernehmen Sie die Patenschaft für einen Stein! Die Kosten für Herstellung und Verlegung betragen
120.- €.
Rufen Sie uns an oder schcken Sie eine E-Mail.
Weitere Informationen unter:

www.projekt-stolpersteine.de