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Projekt Stolpersteine


„Hier wohnte …“ oder Denkmale für Nachbarn

Sie sind klein und unscheinbar, aber sie halten die Erinnerung wach. Sie nennen Namen. Sie verweisen auf ehemalige Nachbarn. Oft sind sie auch Steine des Anstoßes. Die Rede ist von zehn mal zehn Zentimeter großen Pflastersteinen mit beschrifteten Messingtafeln, die in den Bürgersteig eingelassen sind. Als „Stolpersteine“ erinnern sie Passanten daran, wo einst Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Die Idee zu den Gedenksteinen stammt vom Kölner Bildhauer Gunter Demnig. Seit langem setzt er sich - nicht selten gegen den Widerstand von Stadtverwaltungen und Hauseigentümern - dafür ein, dass an die Vertreibung und Vernichtung genau an den Orten erinnert wird, wo sie ihren Ausgangspunkt nahmen – nämlich mitten unter uns. Für Demnig ist entscheidend, dass „das Gedenken in unsere Lebensmitte gerückt wird und Erinnerungsmerkmale nicht weitab liegen, wie die zahlreichen nach 1945 entstandenen Gedenkstätten und Mahnmale, die man bequem auch links liegen lassen kann“. Weitere Informationen zu dem Projekt Gunter Demnig finden Sie unter www.stolpersteine.com

Die Initiative „Projekt Stolpersteine im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf“ will sich dafür einsetzen, dass die Namen dieser und vieler anderer Menschen vor dem Vergessen bewahrt werden. Seit dem Beginn im Jahr 2005 sind nun fast 110 Stolpersteine im Bezirk Zehlendorf verlegt worden.


Nächste Stolperstein-Verlegungen:

Samstag, 5. April 2014

  • für Erna Friedmann und Bertha Kopinsky in der Petzower Straße 13
  • für Enoch, Hans und Tana Belgard in der Wernerstraße 7
  • für Alice Cohn in der Conradstraße 5

Treffen um 12:30 Uhr im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Wannsee, Schuchardtweg 5, 14109 Berlin
im Rahmen des Konfirmandentags:
gemeinsames Mittagessen
Informationen zum Projekt Stolpersteine
und über die Opfer, für die an diesem Tag die Stolpersteine verlegt werden sollen.
Danach, um ca. 13:45 Uhr, gemeinsamer Weg zur ersten Stelle der Stolpersteinverlegung in der Petzower Straße (zu Fuß ca. 15 Min. ) Anschließend werden die Stolpersteine in der Wernerstraße und in der Conradstraße verlegt.

Sonntag, 25. Mai 2014

  • für Ernst, Edda und Lotte Hagelberg in der Schwendener Straße 46
  • für Gustav Amigo in der Bitterstraße 3a

11 Uhr Gottesdienst in der Ev. Jesus-Christus-Kirche, Hittorfstraße 23/Ecke Faradayweg.
Im Anschluss werden die Stolpersteine verlegt.
Im Martin-Niemöller-Haus in der Pacelliallee 61 besteht danach die Möglichkeit, sich zum Austausch und Gespräch zusammen zu setzen.


9. November 1938 –  9. November 2013
Aktiv erinnern – Berlin putzt Stolpersteine

    
Am Sonnabend jährt sich das Novemberpogrom der Nationalsozialisten zum 75. Mal. Synagogen brannten, Geschäfte wurden zerstört, Wohnungen verwüstet und Menschen ermordet.

Neben vielen Veranstaltungen in der Stadt haben sich die Stolpersteininitiativen Berlins verabredet, dezentral der zerstörten Vielfalt zu gedenken.

Auch das Projekt Stolpersteine im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf ruft dazu auf, am 9. November nachmittags und abends einen der bislang über 65 Orte aufzusuchen, an denen Stolpersteine verlegt sind.
Wir bitten die Anwohner und Nachbarn, diese Stolpersteine zu reinigen und bei Anbruch der Dunkelheit Kerzen, am besten Grablichter mit Windschutz, als Erinnerungszeichen aufzustellen sowie vielleicht eine Blume niederzulegen.
Sie finden alle Orte auf unserer Website www.projekt-stolpersteine.de unter der Rubrik Gedenkbuch. Alle verlegten Steine finden Sie unter diesem Link

Superintendent Dr. Johannes Krug und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kirchenkreises werden am Sonnabend, dem 9. November um 11 Uhr vor dem Haus Clayalle 323/Ecke Scharfestraße den Stolperstein für Hilda Ehrke putzen, die hier lebte und 1943 in Auschwitz umgebracht wurde.

 


 

Plakatbestellung

Seit 2005 wurden bisher rund 120 Gedenksteine in Zehlendorf verlegt. Einen Auswahl von 55 Steinen mit einigen Fotos der Opfer, so weit sie gefunden werden konnten, ist auf dem Plakat zu sehen, das Sie für 5 € bestellen können.
Dem Ziel, alle uns bisher bekannten ca. 320 Opfer in Zehlendorf, dem Vergessen zu entreißen, kommen wir 2010 also wieder einen großen Schritt näher. Es könnte das erste Drittel geschafft sein.

Bei einigen der zu ehrenden Opfer gibt es noch Angehörige und so erwarten wir zu den Verlegungen Gäste aus den USA, Peru, Israel, Irland und natürlich Deutschland. Interessant vor allem für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Schicksale recherchiert, Akten gewälzt und sich mit diesem dunklen Teil der deutschen Geschichte beschäftigt haben. Sicher wird es Begegnungsmöglichkeiten geben.

Die große Resonanz auf unser Projekt, dass die Gedenkkultur der Spiegelwand des mit Zehlendorf vereinigten Bezirks Steglitz aufnimmt, ist auch der Politik nicht verborgen geblieben. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Uwe Steglin erwähnte es lobend in seinem Grußwort auf der Kreissynode im November 2009. Ein Dank an dieser Stelle an das Bezirksamt, dass die Verlegungen regelmäßig unbürokratisch genehmigt.

Wir freuen uns über jede Spenderin und jeden Spender, über Menschen, die die verlegten Steine im Blick behalten und den ein oder anderen regelmäßig reinigen oder auch über Menschen, die in den Archiven den so oft im Dunkel liegenden Schicksalen der Opfer nachspüren. 

Aufruf
Wenn Sie Hinweise geben können, wo Menschen lebten, an die „Stolpersteine“ erinnern sollten, dann wenden Sie sich bitte an uns.

Kontakt und weitere Informationen
Projekt Stolpersteine im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf
www.projekt-stolpersteine.de
Kirchstr. 4, 14163 Berlin

Michael Rohrmann
Tel. (0 30) 84 50 81 77
[#michael.rohrmann#projekt-stolpersteine#de#]

Patenschaft

Wollen Sie für einen Stolperstein spenden?

Übernehmen Sie die Patenschaft für einen Stein! Die Kosten für Herstellung und Verlegung betragen
120.- €.
Rufen Sie uns an oder schcken Sie eine E-Mail.
Weitere Informationen unter:

www.projekt-stolpersteine.de