Berliner Arbeitslosenzentrum evangelischer Kirchenkreise e.V. (BALZ)

1980 wurde das Berliner Arbeitslosenzentrum evangelischer Kirchenkreise – kurz BALZ – gegründet. Seit 1996 befindet sich die Einrichtung im Haus der Nazareth-Kirchengemeinde. Wenn ein Arbeitslosenzentrum 30 Jahre alt wird, kann man das als ein gutes, aber auch als ein schlechtes Zeichen werten. Schlecht, weil sich offensichtlich die Arbeitslosigkeit über viele Jahrzehnte verfestigt hat, gut, weil die Einrichtung angenommen und unterstützt wird. Als das BALZ 1980 gegründet wurde, gab es im Westeil Berlins eine Arbeitslosenquote von fünf Prozent. Heute ist die Situation am Arbeitsmarkt um ein Vielfaches schwieriger geworden. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 gibt es zusätzliche Probleme. 80 Prozent der Berliner Arbeitslosen bekommen Arbeitslosengeld II, müssen also auf Sozialhilfeniveau leben. Das BALZ versucht zu helfen, wo es kann: mit kompetenter Sozialberatung, Hilfen bei der Arbeitsuche und Gruppenangeboten.


Die Aktion „Irren ist amtlich – Beratung kann helfen“ des Berliner Arbeitslosenzentrums Evangelischer Kirchenkreise BALZ in Kooperation mit der Liga der Wohlfahrtsverbände und der Landesarmutskonferenz Berlin soll bis zum 23.9. stattfinden.
Anwälte vor Jobcenter
Am Donnerstag, 8. September 2011 findet vor dem Jobcenter Charlottenburg-Wilmersdorf am U-Bahnhof Spichernstraße ein so genannter Anwalttag statt. In der Zeit von 9 bis 13 Uhr unterstützen vor dem Amtsgebäude in der Bundesallee 206 mehrere Rechtsanwälte eine mobile Hartz-IV-Beratung, die vom Berliner Arbeitslosenzentrum evangelischer Kirchenkreise veranstaltet wird.
Die Beratung ist kostenlos. Interessierte sollten ihre Unterlagen mitbringen.

www.beratung-kann-helfen.de



Pressemitteilung des Berliner Arbeitslosenzentrums
Freitag
, 30. Juli 2010

Keine "Hilfe aus einer Hand" im Jobcenter
Beratungsaktion
"Irren ist amtlich" beendet / Hartz-IV-Bezieher wünschen sich bessere Betreuung

Sechs Wochen lang war das Berliner Arbeitslosenzentrum evangelischer Kirchenkreise (BALZ) mit dem Beratungsbus der Wohlfahrtsverbände vor den zwölf Jobcentern der Hauptstadt unterwegs, um Arbeitsuchende und Geringverdiener zu ihren Fragen zum Arbeitslosengeld II zu beraten. Die Aktion, die von zahlreichen Sozialberatungsstellen in den Bezirken und der Landesarmutskonferenz Berlin unterstützt wurde, endet heute vor dem Jobcenter in Berlin-Neukölln. Insgesamt zählten die Berater fast 800 Beratungsgespräche.

Die Alice Salomon Hochschule Berlin führte parallel zu der Beratungsaktion eine wissenschaftliche Begleituntersuchung durch. Unter der Leitung von Professorin Dr. Susanne Gerull interviewten 39 Studierende mehr als 560 Ratsuchende zu ihren Erfahrungen mit der Beratung und Betreuung der Jobcenter. "Die Vorab-Ergebnisse auf Basis einer Auswertung der ersten 400 Interviews stehen in einem auffälligen Kontrast zu den regelmäßig guten Ergebnissen, die die Bundesagentur für Arbeit im Rahmen eigener Erhebungen zur Kundenzufriedenheit ermittelt", so der Koordinator der Beratungsaktion Frank Steger.

Nach dem Zwischenbericht sind mehr als 70 Prozent der Befragten mit der Auskunft und der Beratung im Jobcenter insgesamt wenig (41,9 Prozent) oder gar nicht (29,7 Prozent) zufrieden. Am wenigsten zufrieden sind die Befragten dabei mit den Angeboten der Arbeitsvermittlung (81,7 Prozent wenig oder gar nicht zufrieden) und der Erreichbarkeit der Leistungsabteilung (75,9 Prozent), am zufriedensten mit der Freundlichkeit der Mitarbeiter (58,3 Prozent sehr oder ziemlich zufrieden). Knapp drei Viertel der Befragten haben schon einmal die telefonische Hotline der Jobcenter genutzt, aber nur ein Drittel war mit der Erreichbarkeit zufrieden und etwas weniger als ein Drittel mit der erhaltenen Auskunft.

"Der Bericht deckt sich mit den Erfahrungen aus der Beratung, die die Wohlfahrtsverbände in der Stadt anbieten", erklärt Fachgruppensprecher Joachim Fuchs von der Landesarmutskonferenz Berlin. Leistungsbezieher klagten auch nach fünf Jahren Hartz IV immer noch über fehlende Erreichbarkeit der Sachbearbeiter in den Leistungsabteilungen, überlange Wartezeiten, unzureichende Qualifizierung der Mitarbeiter und Probleme bei der Postzustellung. Das Prinzip der ?Hilfe aus einer Hand? werde in den Berliner Jobcentern nicht eingelöst. Fuchs weiter: "An dem Prozess der Leistungserbringung sind insgesamt zu viele Personen beteiligt." Die Landesarmutskonferenz fordert, dass die Arbeitsvermittlung und der Leistungsbereich auf mittlere Frist organisatorisch und räumlich zusammengeführt werden. Kurzfristig müsse ein direkter telefonischer Zugang zur Leistungsverwaltung für die Rat- und Hilfesuchenden sichergestellt werden. Die Hotline müsse außerdem kostenlos sein und die Wartezeiten nachhaltig verkürzt werden.

Die Alice Salomon Hochschule hatte auch nach der Zufriedenheit mit der Beratung am Beratungsbus gefragt. Dem Zwischenbericht zufolge waren 67,9 Prozent der Befragten mit der Beratung sehr und weitere 28,5 Prozent ziemlich zufrieden. "So verwundert es nicht, dass sich viele Befragte das mobile Angebot einer vom Jobcenter unabhängigen Beratung häufiger oder sogar "fest installiert" wünschen", lautet das Fazit des Berichts. Voraussichtlich im September wird der Abschlussbericht der Studie vorliegen.

Anhänge
 Zwischenbericht Prof. Dr. Susanne Gerull: "Irren ist amtlich - Beratung kann helfen" // Stand 20.07.2010 // Auswahl der wichtigsten Daten
ASH_Zwischenbericht_JC-Tour 2010.pdfASH_Zwischenbericht_JC-Tour 2010.pdf

Stellungnahme der Fachgruppe Armut und soziale Sicherungssysteme der Landesarmutskonferenz Berlin zur Organisation der Jobcenter in Berlin
FG Stellungnahme JobCenter 21_05_2010.pdfFG Stellungnahme JobCenter 21_05_2010.pdf

Seit 1994 unterstützt der Evangelische Kirchenkreis Zehlendorf, später Teltow-Zehlendorf, die Arbeit des Berliner Arbeitslosenzentrum, kurz BALZ in Berlin-Mitte am Leopoldplatz. Der Kirchenkreis stellt seitdem seinen Mitarbeiter Frank Steger für den Vereinsvorsitz und die Geschäftsführung des BALZ frei. Der Kirchenkreis versteht diese Unterstützung als einen Akt der Solidarität gegenüber der besonderen Situation in den innerstädtischen Kirchenkreisen mit sehr hohen Anteilen von arbeitslosen und einkommensarmen Menschen.

Zu den Aufgaben des BALZ gehören insbesondere:

1.    die Beratung von Arbeitslosen und von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in Kürze mit Arbeitslosigkeit rechnen müssen, in sozialrechtlichen Fragen;

2.    die Unterstützung Arbeitssuchender durch Hilfen bei der Sichtung von Arbeitsangeboten (auch solcher im Internet), der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, durch Bewerbungstrainings in Gruppen und Einzelgesprächen;

3.    die Begleitung von Arbeitslosen durch Gruppenangebote und Selbsthilfeaktivitäten;

4.    die Durchführung sozialpolitischer Kampagnen oder Aktionen zur Verbesserung der Lebenssituation von Arbeitslosen.



Berliner Arbeitslosenzentrum
evangelischer Kirchenkreise e. V. (BALZ)
Vorstand - Frank Steger
Kirchstr. 4 - 14163 Berlin
Tel. (0 30) 8 01 40 61
Fax (0 30) 8 02 63 07
[#vorstand#berliner-arbeitslosenzentrum#de#]

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